Frühjahrskonferenz 2022

Delegiertenkonferenz der Evangelischen Jugend im Rheinland im Schatten des Ukraine-Krieges

 

Stellungnahme zum Ukraine-Krieg

Intensiv haben die Delegierten über den Beschluss zur „Verurteilung des völkerrechtswidrigen Einmarsches der russischen Armee in die Ukraine“ beraten und diesen in großer Einmütigkeit verabschiedet. Darin fordert die EJiR neben der sofortigen Beendigung des Krieges u.a. die Öffnung der Aktivitäten der Ev. Kinder- und Jugendarbeit für geflüchtete Kinder und Jugendliche und bittet um eine breite Beteiligung an den diesjährigen Ostermärschen.

In der Antrags-Diskussion wurde schnell deutlich, dass der Krieg in der Ukraine viele grundsätzliche friedensethische Fragen aufwirft, die einer weiteren und tiefergehenden Befassung bedürfen. Daher wurde für eine ausführliche Reflektion der aktuellen Ereignisse in Bezug auf die friedensethischen und –politischen Grundsätze der Evangelischen Jugend ein Arbeitsauftrag an zwei Ausschüsse erteilt.

 

Darüber hinaus wurden ein Rahmenentwurf für das Schutzkonzept des Jugendverbands, eine Stellungnahme zum Impulspapier der Landeskirche „Lobbyistin der Gottoffenheit“ sowie die Positionierung „Digitalisierung zulassen und gestalten“ beschlossen.

 

 

Mit dem Präses im Gespräch

Trotz oder gerade wegen des digitalen Formats ging es bei der Delegiertenkonferenz der Evangelischen Jugend im Rheinland (EJiR) viel um das Thema Begegnung.

So kam der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Dr. Thorsten Latzel, zu einem zweistündigen Austausch in den Hackhauser Hof in Solingen, von wo aus die Konferenz geleitet wurde.

Überaus beeindruckt zeigte sich der Präses von den Projekten, die ihm zu Beginn seines Besuchs der Delegiertenkonferenz präsentiert wurden: Sowohl der Kirschkamperhof als Ort um Glauben persönlich durch Begegnung zu erleben, das Engagement im Kirchenkreis ‚An Nahe und Glan‘ für Nachhaltigkeit und Demokratie als auch der Aufbau eines digitalen Jugendzentrums in Düsseldorf zeigten exemplarisch die Vielfalt der Evangelischen Jugendarbeit im Rheinland. Der Präses bewunderte insbesondere, wie innovativ und kreativ die Evangelische Jugend mit den Herausforderungen der Zeit wie Pandemie, Klimakrise und Digitalisierung umgehe und ein Vorbild für andere sei.

Im anschließenden Gespräch mit der Vorsitzenden des Jugendverbands, Fiona Paulus, vor Ort im Hackhauser Hof in Solingen sowie mit den digital teilnehmenden Mitgliedern der Delegiertenkonferenz konnten einige Problemfelder, wie eine stärkere Mitgliederorientierung und Regionalisierung von kirchlichen Strukturen, die Kooperation der verschiedenen Berufsgruppen innerhalb der Kirche und die strukturelle Absicherung der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen angesprochen werden.

Deutlich wurde aber auch, wie gut und wichtig der direkte Austausch untereinander ist. Zum Abschluss wünschte sich der Präses ausdrücklich eine Vertiefung der Kommunikation zwischen Landeskirche und Jugendverband, eventuell auch in anderen Formaten als gewohnt.

 

Begegnungsorte der Zukunft

Begegnungsorte der Evangelischen Jugend im Rheinland zu gestalten, darum ging es bei zwei weiteren Beschlüssen: Auf dem Ev. Kirchentag 2023 in Nürnberg soll es wieder das Gemeinschafts-Projekt der rheinischen Dörfer geben, das alle Aktivitäten der EJiR vor Ort bündeln und sichtbar machen soll.

Für 2024 ist ein Jugendfestival in Köln geplant, das mit jugendkulturellen und spirituellen Angeboten zukünftig alle vier Jahre die Größe und Vielfalt des Jugendverbands darstellen     soll.

Einen stärker inhaltlichen Fokus setzt der in diesem Jahr zum ersten Mal ausgerichtete Zukunftskongress in Mülheim an der Ruhr. Am 7. Mai diskutieren bis zu 500 junge Menschen in Gesprächsrunden, Podiumsdiskussionen und Workshops über die zukünftige Gestaltung von Kirche und Gesellschaft. Die Keynote spricht Luisa Neubauer von Fridays for future.

Eine Anmeldung ist noch bis zum 7. April auf https://zukunftskongress.ejir.de/ möglich.

 

Vorstandswahlen

Mit der Wahl von Jendrik Peters, Bundessekretär für Bildung und Außenvertretungen beim CVJM-Westbund e.V., ist nun auch die 2. Stelle eines stellvertretenden Vorsitzenden im Vorstand der EJiR wieder besetzt. Außerdem wurde Bianca Linden erneut in den Vorstand gewählt.

 

Abbinder:

Die Evangelische Jugend im Rheinland (EJiR) ist das Dach aller Aktivitäten der Kinder und Jugendarbeit auf dem Gebiet der rheinischen Kirche. Rund 100.000 Kinder und Jugendliche sind in Gemeinden, Jugendhäusern und Verbänden engagiert. Hinzu kommen Ehrenamtliche und hauptamtlich Mitarbeitende. Gemeinsame Interessen werden in der so genannten Delegiertenkonferenz der EJiR formuliert. Hier legen gewählte Delegierte der Verbände und Kirchenkreise Themen, Schwerpunkte und zentrale Aktivitäten fest.